Hunsrück-FAQ

Zu unseren Packrafting-Kursen, Trainings und Events im Hunsrück erreichen uns viele Fragen. Das finden wir gut, beantworten sie gern und sammeln hier die häufigsten.

An dieser Stelle versuchen wir, diese Fragen erst einmal allgemein so gut wie möglich zu beantworten. Wenn danach noch nicht alles beantwortet ist, sind wir natürlich auch gern persönlich für Euch da.

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Was ist dieser Hunsrück und wo liegt er?

Der Hunsrück ist das eher unbekannte Mittelgebirge zwischen der Mosel (generell recht bekannt) und der Nahe (eher unter Weinkennern bekannt). Teils im Saarland und meist in Rheinland-Pfalz liegt er ca. 50 km südwestlich von Mainz. Und das ist ja gar nicht so weit weg von Frankfurt am Main. Er ist recht dünn besiedelt und durchzogen von kleinen Bächen. Oft fühlt man sich dort als hätte man die sonstige zivilisierte Welt verlassen. Auch innerorts. Das finden wir gut.

Die anderen Teilnehmer dieser Tour - sind das alles Outdoor-Cracks und Survival-Profis?

Nein. Wir können nicht garantieren, dass sich nicht mal einer darunter mischt, aber eigentlich sind die meist zu scheu um sich mit einer Gruppe auf Tour zu begeben. Wir tun unser Bestes selbst die Verrücktesten der Gruppe zu sein und haben damit meistens Erfolg. Es haben diese Tour schon bewältigt: Großstadtbewohner ohne Mehrtages-Outdoor-Erfahrung, kleine Männer und Frauen mittlerer Statur und Teilnehmer über 50.

Ist die Tour körperlich anspruchsvoll?

Grundsätzlich: Ja! Der körperliche Anspruch variiert mit den Umweltbedingungen, jedoch setzt die Tour selbst bei mittleren Pegeln und Sonnenschein normale körperliche Robustheit, Gesundheit und Grundfitness voraus. Dabei sind sowohl die Wanderabschnitte anspruchsvoll auf Grund des Gepäcks, als auch die Flussabschnitte auf Grund von Hindernissen und der Flussbeschaffenheit.

Wie wild wird das Wasser?

Wir sind auf Wildflüssen unterwegs, also nicht auf Kanälen oder Seen. Es gibt kein technisch schwieriges Wildwasser, der Hahnenbach hat an der schwierigsten von uns befahrenen Stelle die Kategorie WW I-II, also einfaches Wildwasser. Außerdem können die kritischen Wildwasserstellen im Zweifelsfall umtragen werden. Der Anspruch der Paddelabschnitte entsteht eher durch die üblichen Hindernisse kleiner Mittelgebirgsflüsse: Bäume und Sträucher, flache Stellen, schlammige Uferböschungen etc. Dort braucht ihr euren Tourspirit.

Wie lang sind die Paddel- und Wanderstrecken? Wandert ihr auf Wegen oder querfeldein?

Ca. 95 % sind Wege. Ganz kurze Stücke geht es auch mal querfeldein, dann aber eher über Wiesen etc., um zum Flusseinstieg zu kommen. Die Strecken sind an den Tagen unterschiedlich und hängen bei jeder Tour auch ein wenig vom Pegel ab. Wir paddeln immer flussabwärts, anstrengend wird es da beim Umtragen, insbesondere am ersten Tag. Außerdem ist zu Beginn fast durchgängig Konzentration auf einem recht engen Fluss gefragt. Der erste Tag ist bezüglich Strecke und Unterwegszeit der längste, mit ca. 11 km zu Fuß und ca. 12 km Paddeln. Der zweite Tag startet dann mit ca. 7 km Paddeln und ca. 6 km Wandern. Der dritte Tag startet mit einer kurzen Wanderung von ca. 6 km, aber recht steil bergauf und endet mit ca. 12 km Paddeln ohne Umtragen auf der Nahe.

Wie schwer ist so ein Boot?

Unsere Packrafts wiegen zwischen 2,9 kg und 3,5 kg. Dazu kommt das Paddel (ca. 1 kg) sowie der Trockenanzug (ca. 800 g). Insgesamt also 5-6 kg Packraft-Equipment.

Wie viel Verpflegung muss ich mitnehmen?

Da die Hunsrück-Trolle unter Naturschutz stehen, müsst ihr alle Verpflegung selbst mitnehmen. Die Menge ist etwas sehr persönliches. Als Richtwert geben wir 3000 kCal an, gut ausgewogen zwischen Fetten und Kohlehydraten. Das ergibt dann zwischen 500 g - 800 g pro Tourtag. Dazu kommen die ca. 1-2 l Wasser, die jeder immer dabei haben sollte. Wir empfehlen pro weggelassenem Unterhemd eine halbe Tafel Schokolade einzupacken. Die Freude ist größer.

Wie ist die Verfügbarkeit von Trinkwasser?

Ganz formell haben wir an folgenden Punten ausgewiesene Trinkwasserquellen: Auf dem Campingplatz des Warm-Up Tages, zum Start des ersten Tourtages, am Ende des zweiten Tourtages und zu Beginn des dritten Tourtages. Zu Beginn des zweiten Tourtages können wir nur an einer nicht-offiziellen, aber von Pfadfindern gebauten Wasserquelle auffüllen. Wir empfehlen daher grundsätzlich die Mitnahme von Wasserfiltern/-reinigungssystemen eurer Wahl. Wir Guides vertrauen jedoch dem Hunsrück-Gestein-Quellwasser und den Pfadfindern, wie auch Generationen von Pfadfindern vor uns und haben das Wasser bis dato immer direkt genossen. Diese Entscheidung sollte natürlich jeder für sich selbst treffen.

Wie schwer wird der Rucksack?

Das hängt sehr von eurem Equipment und dem gewünschten Komfort ab. Wir finden, dass euer Rucksack ohne Boot inkl. Trinkwasser nicht mehr als 20 kg wiegen sollte, lieber 15 kg - 18 kg. Dann seid ihr mit Boot bei 20 kg - 25 kg Rucksackgewicht. Um das richtige Maß zu finden, ist auch der Vorbereitungstag da. Dort können wir einpacken und auspacken, Rucksäcke einstellen und einfach dafür sorgen, dass ihr am nächsten Tag mit einem guten Gefühl losgeht.

Kann ich zwischendurch aussteigen?

Ja, aber nicht an jeder Stelle. Ihr habt natürlich zum Einen die Möglichkeit nach dem Vorbereitungstag zu sagen, ihr wollt nicht starten. Noch nie passiert. Wir nehmen das aber nicht übel, ihr müsst euch fit fühlen und Lust haben auf die Tour. Der zweite Ausstiegspunkt ist am Nachmittag des ersten Tourtages, dann seid ihr schon ca. 11 km gelaufen und ein paar Kilometer auf dem Oberlauf des Hahnenbachs gefahren und wisst was diese Tour ist. Ab da wird sie aber nur noch einfacher, dann könnt ihr auch noch mit bis zum Lagerfeuer kommen.

Wie plant ihr zeitlich ungefähr aufstehen/losgehen, Pausen und Ankunft am Tagesende ein?

Wir machen generell regelmäßige und ausgiebige Pausen und haben als Guides ein genaues Auge darauf, wie es der Gruppe geht. Wenn jemand eine Pause braucht, dann machen wir alle Pause. Das ging bis jetzt immer sehr entspannt. An allen Tagen, außer dem ersten Tag, starten wir zu gemütlichen Zeiten und versuchen, immer am späten Nachmittag am Lager zu sein. Da am ersten Tag morgens der kurze Transfer zum Startpunkt ansteht, müssen wir da gegen 7 Uhr los. Am zweiten Tag genießen wir das Lager auf der Burgruine und starten erst im Laufe des Vormittags. Am dritten Tag geht es meist zwischen 8 und 9 Uhr los, je nachdem wann die Gruppe am Ziel sein möchte, um ggfs. noch zurück zu reisen.

Das komplette Equipment, also Zelt und Verpflegung bringe ich selbst mit? Im Tourpreis sind also die zwei Tourguides, die Transfers und Übernachtungen und für die Equipment-Miete zusätzlich ein Packraft enthalten?

Enthalten ist auch die Notschokolade, die wir Guides immer mitführen. Ansonsten richtig, Equipment und Verpflegung bringt ihr selbst mit (bis auf den Imbiss während des Einführungstages in Monzingen). Wir sind als Gruppe vollkommen autonom unterwegs: Auch wir Guides können unterwegs nicht auffüllen. Daher müssen wir euch generell für euer Equipment selbst verantwortlich machen. Wir finden das macht einen Reiz der Tour aus! Natürlich sind wir aber - und so ist das meist auch während der Tour - für alle Fragen für euch da. Am ersten Tag stellen wir erfahrungsgemäß sehr viel Rucksäcke ein, helfen bei der Equipment-Auswahl, bei der Verpflegungsauswahl etc. Das ist Teil der Tour und das machen wir auch gern.